KW 2020: Nachhaltigkeit

Wir streben eine nachhaltige Entwicklung Remscheids an. Dieser Prozess orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, die auf die kommunalen Erfordernisse und Bedingungen heruntergebrochen werden sollen. Wir verstehen Nachhaltigkeit in ihrer großen Vielfalt, und beschränken sie nicht nur auf einzelne Aspekte, wie beispielsweise den Klimaschutz. Wir begrüßen das Engagement vieler lokaler Gruppen für eine nachhaltige Entwicklung. Wir wollen deren Forderungen und jene von „Fridays for Future“ aufgreifen und in die politische Debatte als wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Stadt einfließen lassen.

Bild: Thomas Wunsch, Remscheid.

Umwelt und Klimaschutz

  • Wir wollen eine deutliche CO₂-Ausstoß-Minderung für Remscheid erreichen. Bis 2035 soll die Nettobilanz bei 0 liegen. Bereits heute werden 20.000 Haushalte durch erneuerbare Energien versorgt.
  • Wir wünschen uns ein Remscheid als „Solarstadt“. Bei städtischen Gebäuden soll überprüft werden, welche Möglichkeiten es zur Nutzung von Solarenergie gibt. Außerdem soll sämtlicher Strom aus erneuerbaren Energien stammen. Die Stadtwerke sollen diesen Prozess als Motor begleiten. Wir unterstützen Bürgergenossenschaften.
  • Wir werden unsere Bürgerinnen und Bürger bei der Umstellung zur Nutzung erneuerbarer Energien so viel fördern wie möglich.
  • Wir wünschen uns ein Remscheid mit vielen wieder entsiegelten Flächen und modernen, vielfältigen Arten der Begrünung. („Grün statt Beton“ oder Dachbegrünung). Anstelle von Steingärten werben wir für lebendige und vielfältige Grünflächen.
  • Wir wollen, dass unsere Stadtwerke bis 2035 allen Strom aus erneuerbaren Energien für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar anbieten können.
  • Wir werden unsere Bürgerinnen und Bürger an der lokalen Agenda 21 (Ökologie, Ökonomie, Nachhaltigkeit) beteiligen und die Umsetzung der weltweiten Klimaziele in Remscheid vorantreiben.

Tierschutz

  • Wir fühlen uns verantwortlich für das Wohl aller Tiere in Remscheid und übernehmen Verantwortung für sie. Unsere Verantwortung endet nicht bei den sogenannten Haustieren, sondern schließt auch unsere Nutztiere sowie unsere Wildtiere mit ein.
  • Wir sind uns darüber bewusst, dass die Versorgung von Fundtieren und herrenlosen Tieren in Remscheid noch nicht optimal ist und wir werden versuchen, diesen Zustand deutlich zu verbessern.
  • Wir wollen in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein für Remscheid und Radevormwald e.V. ein modernes Tierheim schaffen, dass den Anforderungen zur Unterbringung der Tiere und den Bedürfnissen unserer Stadt besser entspricht.
  • Möglicherweise müssen wir uns über einen Neubau Gedanken machen.
  • Wir möchten nicht nur Ansprechpartner für die Tierschützer vor Ort sein, sondern ebenfalls für die Belange der Landwirtinnen und Landwirte sowie und Jägerinnen und Jäger einstehen und eine vertrauensvolle Partnerschaft aufbauen.
  • Wir halten eine Moderation der unterschiedlichen Blickwinkel von Tier- und Naturschützer/innen, Landwirtinnen und Landwirten, Jägerinnen und Jägern und Försterinnen und Förstern für eine wichtige Aufgabe und den Aufbau einer geeigneten Plattform zum Austausch der Interessengruppen untereinander für unumgänglich und wichtig für das Wohl aller Tiere und der Natur in Remscheid.
  • Wir möchten im Bereich der Schaffung von Lebensräumen für unsere Bienenvölker und andere Insekten dafür sorgen, dass Remscheid „brummt“. Alte Kaugummi- und Süßigkeitenautomaten, die heute kaum noch von Kindern genutzt werden, sollen in Bienen- und Saatautomaten (Bienenfutterautomaten) umgewandelt werden.
  • Wir denken über ein Verzeichnis nach, in dem Imker Kontakt zu allen möglichen Standorten für Bienenvölker in Remscheid bekommen können; egal, ob auf städtischen oder privaten Grundstücken.
  • Wir machen es uns zum Ziel, die Artenvielfalt in Remscheid zu fördern. Dazu gehört die Schaffung neuer Bruträume und ein Verbot von Steingärten, wie es mittlerweile in vielen Kommunen umgesetzt wurde.
  • Wir wollen Remscheid auch weiterhin zum Blühen bringen, indem wir das erfolgreiche Konzept der für Insekten optimierten Verkehrsinseln im Stadtgebiet weiter fortführen und ausweiten.
  • Wir fordern die Reaktivierung bzw. Neugründung eines Jagdbeirates, der eine Beratung der Unteren Jagdbehörde und einen regelmäßigen Austausch der verschiedenen Interessengruppen (Jägerinnen und Jäger, Landwirtinnen und Landwirte, Naturschützerinnen und Naturschützer und Försterinnen und Förster) ermöglicht.

Naturschutz

  • Wir befürworten den Umbau unserer Wälder zu naturnahen Mischwäldern anstelle der oft verbreiteten Monokulturen. Uns ist bewusst, dass das Schaffen natürlicher Wälder keinen Aufschub mehr verträgt.
  • Wir begrüßen das Engagement der Waldgenossenschaft Remscheid.
  • Wir wünschen uns mehr Stadtbäume und Patenschaften für diese. Die Patenschaften können von ortsansässigen Gewerbetreibenden oder Privatleuten übernommen werden.
  • Wir fordern, dass für jeden verlorenen Stadtbaum ein neues Exemplar gepflanzt werden muss.

Versorgung

  • Wir wollen auch weiterhin eine kommunale Wasserversorgung und sind gegen eine Privatisierung in Remscheid.
  • Wir sorgen zusammen mit unseren Stadtwerken für eine gleichbleibend hohe Wasserqualität, werden die Wasserversorgung in Remscheid zukunftsfähig machen und die Eschbachtalsperre wieder nutzen.
  • Wir möchten anregen, die früher genutzte Wasserkraft in Remscheid wieder neu zu entdecken.
  • Wir werden dafür sorgen, dass Remscheid „Fairtrade-Town“ bleibt und als Stadt auch so einkauft. Wir werden die Tochterunternehmen der Stadt dazu auffordern, ebenfalls faire Produkte zu kaufen.
  • Wir wissen um die Bedeutung der Verbraucherzentrale und der Schuldnerberatung.
  • Das Beratungsangebot dieser Anlaufstellen werden wir gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW ausbauen.